Der Weg

 

Es ward ein Mann, ohne Namen - gar ohne Gesicht.

Er, sofern man das von Ihm behaupten könne, trat eine Reise an.

Wollte den Ort sehen welcher die Krankheit der Erde beheimatet.

So fasste er seinen alten, knorrigen Wanderstab und seine braune Leinenkutte und begab sich auf den Weg.

"Weg... oh Weg, welchen sollte ich wählen?" 

Siehe es gibt immer den leichten oder den harten, beschwerlichen Weg.

"Werd den harten Weg wohl nehmen", entschied er und machte sich von dannen.

Er stapfte durch eisige Wüsten, trockene Sümpfe - Relikte längst vergangener Zeiten.

"Es lebten einst Tiere hier, ganz anders als solche die nach schwarzem und grünen Gold nun gieren.", brabbelte er vor sich hin.

"Bäume, oh Bäume, wo seid ihr geblieben? Ward ihr nicht einmal hier? Lebtet ihr nicht einmal über und unter der Erde? Was ist geschehen?"

Sein kates, altes Herz begann seicht zu schlagen, wie es dies schon lange nicht mehr tat.

Das Herz zu beschreiben fiele einem schwer, denn etwas was so schwarz ist, dass es jegliches Licht absorbiere und der Umgebung die Energie raube könne man nicht fassen.

Mit keinem Verstand, der uns bekannten Welt.

So kam es nun eines Tages, dass er des wundersamen Ortes näher kam, der sein Ziel nun schon so lange war.

Schritt für Schritt kam er nun näher, Ruhe und Rast kennt er nicht.

"Stadt, oh Stadt, was ist aus dir geworden? Warst du nicht einmal ein Ort der Freude? Der Trauer? Der Wut? Des Hasses? Der Liebe?..."

Mit seiner knochigen, alten Hand - welche wohl kaum mehr als organisch zu bezeichnen sei - klopfte er an die, mehr als aalglatte, Tür der Stadt.

"Wer da?", rief eine Stimme von Innen.

"Wer ist das falsche Wort", antwortete unser Wanderer.

"Was soll die Späße? Zieh von dannen und beirre uns nicht weiter, jede Zeit die sinnlos verstreicht bringt uns keinen Gewinn!"

"Ist es das was aus euch geworden ist? Ein Tier, immer nach mehr strebend, ohne Rast und Ruh?", erwiderte unser Wanderer.

"Wer seid ihr? Antwortet rasch und es wird euch nichts geschehen!"

"Ihr wagt es mir zu drohen?" - das Herz fing an zu schlagen...

"Ihr wagt es meinen Namen wissen zu wollen?" - das Herz wuchs und wurde schneller...

"Ihr seid die Metastasen der Erde, eine Seuche.

Ihr habt das Leben ausgesaugt wie selbst ich es nicht vermochte.

In eurem Streben nach Macht, Blut und Anerkennung vergaßt ihr das, was euch einst ausmachte - die Vernunft!"

"Noch so ein Irrer!", polterte es von Innen.

 "Ihr stellt euch über Andere, ihr entfernt euch von einander nur um den Anderes auszustechen.

Moral und Humanität sind euch völlig fremd!

Sagt, sprecht ihr überhaupt noch eine Sprache, die ausser von eurer Ignoranz und Egomanie noch verstanden werden kann?

Habt ihr noch Gesichter?

Habt ihr gar noch Augen, welche etwas anders zu erfassen mögen als den Sieg?

Habt ihr gar noch Gefühle, die euch einander näher bringen?

Wer seid ihr, das sei nun meine Frage!"

"Wir sind Menschen.", kam es zögernd von Innen.

"Menschen... MENSCHEN!", es zeichnete sich nun seid Urgedenken eine Art Lächeln auf dem Gesicht des Wanderers ab - sein Herz raste nun.

"Ihr seid überreifes Fallobst, prall gefüllt - ihr habt zu Lange gelebt!

Ihr seid keine Menschen mehr, ihr wisset nicht einmal mehr um die Bedeutung dieses Wortes

Gleichen tut ihr einem Menschen nur noch in euer Gestalt, doch selbst diese vermag man als korrumpiert zu bezeichnen.

Ich bin hier um zu richten.

Ich bin hier um zu ernten!

Eure Zeit sei gekommen!

Ich werde diesem Elend, hier und jetzt, ein Ende bereiten!

Zu lange habt ihr existiert, Leben kann man es gar nicht mehr nennen.

Ihr habt uns leer gesaugt.

Ihr habt uns getötet und unsere Überreste geschändet.

Schwarzes Gold, grünes Papier - nach mehr giert es euch nicht.

Wolllust, das Einzige, was man als annährend körperliche Annährung zwischen euch nennen mag.

Nun vermögt zu Bereuen.

Reue - selbst dieses sei euch fremd."

 Das herz raste und wuchs ins Unendliche...

 

Kammerflimmern...

Milliarden von Schreie...

"Schmerz ist das Einzige was von euer Menschlichkeit nun noch zeugt."

 

Und die Zeit stand still - wohl für immer.

 

 

 

 

1 Kommentar 20.2.10 20:36, kommentieren